Akzeptanz aus der Mitte heraus

Wir suchen nach Weisheit. Sie ist nicht so fern. In uns selbst liegt der Schlüssel zu den letzten Geheimnissen geborgen. Es ist alles da.

Man meint, unsere Kultur balanciere auf einer zerstörerischen Welle. Doch mag dies auch eine Illusion sein, die uns etwas lehren will. Jede*r Einzelne ist gefragt, wenn unsere Kultur überleben soll. Jede*r Einzelne muss zuerst bei sich anfangen.

Die Antwort liegt in der eigenen Mitte. Nicht im Ja und nicht im Nein. Die Mitte ist man selbst. Man kann die Dinge immer negativ sehen und es rechtfertigen. Und man kann sie genauso in gutem Licht sehen und es rechtfertigen. Auf beiden Seiten hat man Recht. Denn der einzige Maßstab, der existiert, ist man selbst. In diesem Sinne gibt es nur eine Verantwortung für sich selbst.

Solange wir nicht lernen, die volle Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, werden unsere Entscheidungen keine Kraft haben. Wer vor der Selbstverantwortung davonläuft, wird von ihr eingeholt.

Wir tragen die Verantwortung für unsere Wahrnehmung. Wir entscheiden, was wir wahrnehmen wollen, wie wir interpretieren wollen. Und es gibt im Grunde nur eine Entscheidung: sich dem Leben hinzugeben oder sich ihm entgegenzustellen.

Sich dem Leben hinzugeben heißt: im Hier und Jetzt sein, sich und die Außenwelt akzeptieren. Dies sind Qualitäten der Liebe.

Sich akzeptieren heißt, sich tief erkennen, vorbehaltlos ohne Maske und Beschönigung und Lüge. Sich annehmen, wie man ist. Akzeptieren bedeutet, nicht mehr zu urteilen, nicht mehr im Widerstand zu leben, im Widerstand gegen den Fluss des Lebens. Wird der Lebensfluss gehemmt, entsteht daraus Trauer und Krankheit.

Liebe ist ein allumfassendes Ja, eine Umarmung. Sie fließt ungehemmt, wohin sich der Weg öffnet, sie verbündet sich mit der Kraft und wird stark, mächtig über nichts. Liebe ist Einswerden mit der Kraft. Und paradoxerweise gibt es eine Bemeisterung des Schicksals nur an diesem Punkt, in einer Null-Position, im Augenblick des absoluten Vertrauens in sich selbst.

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